Kaum ein Stoff hat die Menschheit so lange begleitet wie Gold. Es rostet nicht, lässt sich leicht formen und ist selten genug, um begehrt zu bleiben. Die Geschichte des Goldes reicht über 6000 Jahre zurück, und sie erklärt, warum Menschen dem gelben Metall bis heute mehr vertrauen als manchem Geldschein.

Die Geschichte des Goldes beginnt mit Schmuck
Die ältesten bekannten Goldfunde stammen aus einem Gräberfeld bei Warna im heutigen Bulgarien. Sie sind rund 6500 Jahre alt: Armreifen, Perlen und kleine Plättchen, die den Toten mit ins Grab gegeben wurden. Gold war damals noch kein Zahlungsmittel, sondern ein Zeichen für Macht und Ansehen.
Im alten Ägypten galt es als „Fleisch der Götter“. Die Pharaonen ließen sich mit Goldmasken bestatten, die berühmteste ist die des Tutanchamun aus dem 14. Jahrhundert vor Christus. Das Metall sollte ewig halten, so wie man es sich auch für das Leben nach dem Tod wünschte.
Lydien und die ersten Münzen
Einen der wichtigsten Schritte in der Geschichte des Goldes machte ein kleines Königreich in der heutigen Türkei. Lydien prägte man im 7. Jahrhundert v. Chr. die ersten Münzen der Welt, zunächst aus Elektron, einer natürlichen Mischung aus Gold und Silber. König Krösus ließ dann erstmals Münzen aus reinem Gold herstellen. Sein Reichtum war so legendär, dass wir heute noch sagen: „reich wie Krösus“.
Der Vorteil lag auf der Hand. Statt jedes Stück Metall abzuwiegen, konnte man Münzen mit festem Gewicht einfach zählen. Handel wurde dadurch schneller und verlässlicher.
Rom und der Solidus
Auch die Römer zahlten mit Gold. Kaiser Konstantin führte im 4. Jahrhundert den Solidus ein, eine Goldmünze, die über 700 Jahre lang kaum an Wert verlor. Kaum eine Währung der Geschichte war so stabil. Aus ihrem Namen entstanden übrigens die Wörter „Sold“ und „Soldat“.
Auch das Wort „Karat“ wird oft auf diese Zeit zurückgeführt: Ein Solidus wog 24 Samen des Johannisbrotbaums. Reines Gold hat deshalb bis heute 24 Karat.
Florentiner, Dukaten und neue Welten
Im Mittelalter wurden italienische Handelsstädte zu Zentren des Geldes. Florenz prägte ab 1252 den Fiorino d’oro, Venedig ab 1284 den Dukaten. Beide Münzen wurden in ganz Europa angenommen.
Mit der Eroberung Amerikas floss ab dem 16. Jahrhundert eine riesige Menge Edelmetall nach Spanien. Das Land wurde dadurch aber nicht dauerhaft reicher: Weil plötzlich so viel Geld im Umlauf war, stiegen die Preise stark an. Eine frühe Lektion darüber, dass mehr Geld nicht automatisch mehr Wohlstand bedeutet.
Der Goldstandard
Die Geschichte des Goldes zeigt: Münzen, Währungen und Reiche sind gekommen und gegangen, das Vertrauen in das Metall ist geblieben. Großbritannien band sein Pfund an einen festen Goldwert, und viele Länder folgten. Das Deutsche Reich führte nach 1871 die Goldmark ein. Jeder Geldschein war nun ein Versprechen: Man konnte ihn bei der Bank gegen eine bestimmte Menge Gold eintauschen.
Der Erste Weltkrieg brachte dieses System ins Wanken, weil Staaten mehr Geld brauchten, als sie an Gold besaßen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1944 im Abkommen von Bretton Woods eine neue Ordnung geschaffen: Der US-Dollar war fest an Gold gebunden, 35 Dollar für eine Feinunze, und die anderen Währungen waren an den Dollar gekoppelt.
1971 beendete US-Präsident Richard Nixon diese Bindung. Seitdem ist keine große Währung mehr direkt durch Gold gedeckt, und der Goldpreis bildet sich frei am Markt.
Gold heute
Ganz verschwunden ist das Metall aus dem Geldsystem trotzdem nicht. Zentralbanken lagern weiterhin große Mengen als Reserve. Die Deutsche Bundesbank besitzt nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt, gut 3300 Tonnen, von denen inzwischen mehr als die Hälfte in Frankfurt liegt.
Bemerkenswert ist auch, wie wenig Gold es eigentlich gibt. Alles, was die Menschheit je gefördert hat, würde in einen Würfel mit etwa 22 Metern Kantenlänge passen. Gerade diese Seltenheit ist ein Grund, warum es bis heute als Wertspeicher gilt.
Übrigens wird Gold noch immer in Feinunzen gehandelt. Eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm. Der Name „Troy-Unze“ geht vermutlich auf die französische Marktstadt Troyes zurück, wo im Mittelalter mit diesem Gewicht gehandelt wurde.
Was du daraus mitnehmen kannst
Die Geschichte des Goldes zeigt: Münzen, Währungen und ganze Reiche sind gekommen und gegangen, das Vertrauen in Gold ist geblieben. Wie viel deine Münzen oder Barren heute wert sind, kannst du mit unserem Goldrechner ausrechnen. Wer sich auch für das kleinere Edelmetall interessiert, findet beim Silberrechner passende Werte.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.